Start-up-Planner: an alles denken
Der Begleiter für deine Gründung (Solo / Online-Shop): die Schritte, die man am Anfang leicht vergisst — Anmeldungen, Buchhaltung, Verpackungsregister, Shop-Pflichten. Hak ab, was erledigt ist (bleibt in deinem Browser).
Orientierung, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die operativen Punkte sind Hinweise mit amtlicher Quelle (Stand 2026-06); die mit „Steuer · belegt" markierten Punkte verlinken in unsere zweifach gegen den Gesetzeswortlaut geprüften Bausteine. Pflichten können je nach Tätigkeit, Bundesland und Rechtsform abweichen — im Zweifel Steuerberater:in / Anwält:in.
Wie finanzierst du deinen Start?
Die Brücke von deinem Geld zum Business: hast du im Mosaik deine Liquidität eingetragen, ist sie hier schon übernommen.
Was kostet dein Start — und sparst du es an oder finanzierst du es? Trag deinen Kapitalbedarf ein (typische Gründungskosten: Waren/Lager, Tools, Marketing, Puffer für die ersten Monate).
Modellrechnung — Ansparen ohne Verzinsung des Ersparten (konservativ), Kredit als klassisches Annuitätendarlehen. Keine Finanzierungs-/Steuerberatung; echte Kreditkonditionen hängen von Bonität und Sicherheiten ab.
1 · Vor der Gründung
Form klären, bevor du loslegst
- Rechtsform wählen: Einzelunternehmen, Freiberuf oder GmbH?Steuer · belegt
Die meisten starten als Einzelunternehmen (kein Stammkapital, einfache Buchhaltung) oder als Freiberufler (kein Gewerbe). Die GmbH (Haftungsschutz, Stammkapital) lohnt steuerlich oft erst ab höheren, thesaurierten Gewinnen.
- Freiberuf oder Gewerbe?Steuer · belegt
Katalog-/ähnliche Berufe (Ärzte, Anwälte, Ingenieure, Journalisten, Programmierer u. v. m.) sind freiberuflich — keine Gewerbeanmeldung, keine Gewerbesteuer. Alles andere ist Gewerbe.
- Name / Marke prüfen
Firmennamen + Domain checken, optional Marke recherchieren (DPMA), damit dir später niemand den Namen streitig macht.
2 · Anmeldungen
Der Behörden-Weg
- Gewerbe anmelden (vor Tätigkeitsbeginn)
Gewerbetreibende melden ihr Gewerbe beim örtlichen Gewerbeamt an (meist 20–60 €). Freiberufler tun das NICHT — sie melden sich nur beim Finanzamt.
- Beim Finanzamt anmelden (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung)Steuer · belegt
Innerhalb eines Monats nach Start über ELSTER ausfüllen — du bekommst deine Steuernummer und auf Wunsch die USt-IdNr. Hier entscheidest du auch über die Kleinunternehmer-Regelung.
- IHK / Handwerkskammer
Gewerbetreibende sind Pflichtmitglied der IHK (bzw. HWK). Für kleine Gewerbe gibt es in den ersten Jahren Beitragsbefreiungen/-ermäßigungen.
3 · Steuer-Basics
Hier wird's belegt — die Zahlen rechnest du in den geprüften Bausteinen
- Kleinunternehmer (§ 19 UStG) — ja oder nein?Steuer · belegt
Unter der Umsatzgrenze kannst du auf die Umsatzsteuer verzichten (keine USt auf Rechnungen, dafür kein Vorsteuerabzug). Ob sich das lohnt, hängt an deinen Kunden + Investitionen — rechne es durch.
- EÜR oder Bilanz? (Buchführungspflicht)Steuer · belegt
Kleine Einzelunternehmer/Freiberufler machen die einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Erst über den gesetzlichen Grenzen wird die doppelte Buchführung/Bilanz Pflicht.
- Steuer-Rücklage von Anfang anSteuer · belegt
Leg von jedem Gewinn einen Teil für Einkommen- (+ ggf. Gewerbe-)steuer zurück — die erste Nachzahlung und die Vorauszahlung kommen oft gebündelt und überraschen viele Gründer.
4 · Buchhaltung & Geld
Sauber von Tag 1
- Geschäftskonto eröffnen
Trenne Privat und Geschäft von Tag 1 (Pflicht bei der GmbH, dringend empfohlen beim Einzelunternehmen) — das erspart dir später viel Sortier-Arbeit bei Buchhaltung + Finanzamt.
- Buchhaltungs-Tool wählen
sevDesk, lexoffice, DATEV & Co. erstellen Rechnungen, EÜR und USt-Voranmeldung weitgehend automatisch. Früh festlegen — nachträgliches Umziehen der Belege ist mühsam.
- Pflichtangaben auf RechnungenSteuer · belegt
Vollständiger Name + Anschrift, Steuernummer/USt-ID, Datum + fortlaufende Rechnungsnummer, Leistung, Entgelt und Steuersatz — oder der Kleinunternehmer-Hinweis. Fehler hier kosten den Vorsteuerabzug.
- Belege revisionssicher aufbewahren (GoBD)
Digitale Belege unveränderbar + nachvollziehbar speichern, i. d. R. 8–10 Jahre. Die gängigen Buchhaltungs-Tools erfüllen die GoBD, wenn du sie konsequent nutzt.
5 · Shop, Web & rechtliche Pflichten
Besonders wichtig, wenn du Ware verkaufst
- Website / Shop aufsetzen (Shopify & Co.)
Shopify, WooCommerce, Shopware … — achte auf rechtssichere Einbindung von Impressum, AGB, Widerruf und Datenschutz (siehe unten). Viele Shop-Systeme haben dafür Module/Vorlagen.
- Verpackungsregister LUCID (VerpackG) — Pflicht bei Warenversand
Wer mit Verpackung gefüllte Ware gewerblich in Verkehr bringt (auch reine Versandkartons!), MUSS sich VOR dem ersten Inverkehrbringen im Register LUCID anmelden UND sich an einem dualen System beteiligen. Gilt auch für kleine Mengen — fehlende Registrierung ist bußgeldbewehrt und führt zum Vertriebsverbot.
- Impressum auf der Website
Jede geschäftsmäßige Website braucht ein vollständiges Impressum (Name, ladungsfähige Anschrift, Kontakt, ggf. USt-ID). Seit 2024 im Digitale-Dienste-Gesetz geregelt (früher § 5 TMG).
- AGB, Widerruf & Datenschutz (DSGVO)
Im B2C-Shop brauchst du Widerrufsbelehrung (14 Tage), idealerweise AGB und eine Datenschutzerklärung (DSGVO). Fehler hier sind ein häufiges Abmahn-Risiko — im Zweifel über geprüfte Generatoren oder anwaltlich absichern.
6 · Absicherung
Dich selbst nicht vergessen
- Kranken- & Rentenversicherung klären
Als Selbstständige:r versicherst du dich selbst krankenversichert (gesetzlich freiwillig oder privat). Manche Soloselbstständige sind rentenversicherungspflichtig — prüfe deinen Fall früh.
- Berufs-/Betriebshaftpflicht
Je nach Tätigkeit schützt dich eine Berufs- oder Betriebshaftpflicht vor teuren Schadensfällen. Bei beratenden/kreativen Berufen oft günstig — früh vergleichen.