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Selbstständig & Freiberuflich: Umsatzsteuer, EÜR, GmbH-Frage

Die Steuerthemen, an denen Selbstständige hängen — Kleinunternehmer ja/nein, einfache EÜR statt Bilanz, Gewerbesteuer und die GmbH-Frage. Belegte Eckdaten, jede mit Gesetz + Stand.

Rücklage & Umsatzsteuer

Steuer-Rücklage-RechnerWie viel für die Steuer zurücklegen?

Wie viel solltest du für die Einkommensteuer zurücklegen? Gib deinen erwarteten Jahresgewinn (nach Betriebsausgaben) ein.

§ 32a-Tarif + Soli + Kirchensteuer verifiziert. Nur Einkommensteuer — Umsatzsteuer läuft separat (durchlaufender Posten); bei Gewerbebetrieb kommt ggf. Gewerbesteuer dazu (Freiberufler: keine). Vorauszahlungen ans Finanzamt anrechnen. Orientierung, keine Steuerberatung.

Kleinunternehmer-CheckUmsatzsteuer & Kleinunternehmer — ja oder nein?

Kleinunternehmer-Check 2025: bist du nach § 19 UStG umsatzsteuerbefreit? (reine Schwellenprüfung)

Orientierung, keine Steuerberatung. Prüft nur die Umsatzgrenzen des § 19 UStG (Fassung ab 2025). Bei Neugründung gilt im ersten Jahr nur die 25.000-€-Grenze. Ohne Gewähr.

USt-Voranmeldung-RechnerWie oft USt-Voranmeldung? (§ 18 Abs. 2)

Wie oft musst du Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben? Das hängt an deiner USt-Zahllast (Umsatzsteuer minus Vorsteuer) des Vorjahres.

§ 18 Abs. 2 UStG: Standard vierteljährlich; monatlich bei Vorjahres-Zahllast über 9.000 €; Befreiung möglich bei höchstens 2.000 € (Schwellen seit 1.1.2025 angehoben von 7.500/1.000 €) — zweifach gegen die Primärnorm geprüft. Neugründer: monatlich im Gründungs- und Folgejahr. Frist: 10. Tag nach Ablauf des Zeitraums (Dauerfristverlängerung +1 Monat möglich). Orientierung, keine Steuerberatung.

Differenzbesteuerung-RechnerGebrauchtwaren-Handel: Differenzbesteuerung (§ 25a)

Differenzbesteuerung: Als Gebrauchtwaren-Händler (Kfz, Antiquitäten, Second-Hand) zahlst du Umsatzsteuer nur auf deine Marge, nicht auf den vollen Verkaufspreis — wenn du ohne ausgewiesene USt eingekauft hast (z. B. von Privat).

§ 25a UStG: Bemessungsgrundlage = Verkaufspreis − Einkaufspreis, USt herausgerechnet (19/119); immer Regelsteuersatz 19 % (§ 12 Abs. 1, kein ermäßigter Satz) — zweifach gegen die Primärnorm geprüft. Nur für Wiederverkäufer von ohne USt eingekauften Gebrauchtgegenständen (nicht Edelsteine/-metalle). In der Rechnung keine USt offen ausweisen; kein Vorsteuerabzug für den Käufer. Wahlrecht (Verzicht möglich). Orientierung, keine Steuerberatung.

Belege & §§Geprüfte Eckdaten: USt/Kleinunternehmer, Voranmeldung, Differenzbesteuerung
  • Kleinunternehmerregelungab 2025: Vorjahr ≤ 25.000 € & laufend ≤ 100.000 € → steuerfrei§ 19 UStG

    Seit 1.1.2025 sind deine Umsätze echte steuerfreie Umsätze (vorher wurde die USt nur „nicht erhoben"), wenn der Vorjahresumsatz 25.000 € und der laufende 100.000 € nicht übersteigt. Bis 2024 galten 22.000 € / 50.000 € (mit Prognose). Vorteil: keine USt auf Rechnungen, weniger Bürokratie — Nachteil: kein Vorsteuerabzug.

    Stand: ab VZ 2025 (Jahressteuergesetz 2024) · geprüft 2026-06-15 · NEU 2025: 25.000/100.000 € + echte Steuerbefreiung. Die 100.000-€-Grenze ist keine Prognose mehr — bei Überschreiten endet die Befreiung sofort. Alte Werte 22.000/50.000 € nur noch für VZ ≤ 2024.

  • Umsatzsteuersätze19 % Regelsatz · 7 % ermäßigt§ 12 UStG

    Regelsteuersatz 19 % (Abs. 1); ermäßigte 7 % (Abs. 2) u. a. für Lebensmittel, Bücher/Zeitungen (auch digital), ÖPNV, Theater/Museen, kurzfristige Beherbergung.

    Stand: VZ 2024 & 2025 · geprüft 2026-06-15

  • Ist-Besteuerung (USt erst bei Zahlung)auf Antrag bis 800.000 € Umsatz · Freiberufler ohne Grenze§ 20 UStG

    Statt die USt schon bei Rechnungsstellung abzuführen (Soll-Besteuerung), kannst du sie auf Antrag erst bei Zahlungseingang abführen — ein Liquiditätsvorteil. Möglich bis 800.000 € Vorjahresumsatz; Freiberufler (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) dürfen es unabhängig von der Umsatzhöhe.

    Stand: VZ 2024 & 2025 · geprüft 2026-06-15 · Umsatzgrenze 2024 von 600.000 € auf 800.000 € angehoben (Wachstumschancengesetz).

  • Wie oft USt-Voranmeldung?Quartal · monatlich > 9.000 € · Befreiung ≤ 2.000 €§ 18 Abs. 2 UStG

    Standard ist die vierteljährliche Voranmeldung. Lag deine Umsatzsteuer-Zahllast im Vorjahr über 9.000 €, musst du monatlich melden. Lag sie bei höchstens 2.000 €, kann dich das Finanzamt ganz befreien — dann reicht die Jahreserklärung.

    Stand: seit VZ 2025 · geprüft 2026-06-16 · Schwellen 9.000/2.000 € seit 1.1.2025 (vorher 7.500/1.000 €).

  • Neugründer: monatlichGründungs- + Folgejahr monatlich§ 18 Abs. 2 S. 4 UStG

    Als Neugründer:in meldest du im Gründungsjahr und im Folgejahr grundsätzlich monatlich — diese Pflicht ist nicht ausgesetzt (für 2021–2026 ändert sich nur, wie die Steuer für die Schwellen berechnet wird, nicht der Monats-Rhythmus selbst).

    Stand: Rechtsstand 2026 · geprüft 2026-06-16

  • Frist + Dauerfristverlängerung10. Tag nach Zeitraum (+1 Monat möglich)§ 18 Abs. 1/6 UStG

    Die Voranmeldung ist bis zum 10. Tag nach Ablauf des Zeitraums abzugeben und die Zahlung gleichzeitig fällig. Per Dauerfristverlängerung verschiebt sich die Frist um einen Monat (Monatsmelder zahlen dafür eine Sondervorauszahlung).

    Stand: Rechtsstand 2026 · geprüft 2026-06-16

  • Nur die Marge wird besteuertUSt = (Verkauf − Einkauf) × 19/119§ 25a Abs. 3 UStG

    Als Händler von Gebrauchtwaren zahlst du Umsatzsteuer nur auf deine Marge (Verkaufspreis minus Einkaufspreis), nicht auf den vollen Verkaufspreis. Die USt ist in der Marge enthalten und wird herausgerechnet: 19/119 der Marge.

    Stand: Rechtsstand 2026 · geprüft 2026-06-16

  • Wann gilt das?Wiederverkäufer, USt-frei eingekauft§ 25a Abs. 1 UStG

    Voraussetzung: gewerblicher Wiederverkäufer (Kfz, Antiquitäten, Second-Hand, Sammlerstücke) und der Gegenstand wurde ohne ausgewiesene Umsatzsteuer eingekauft — typisch beim Kauf von Privatpersonen, Kleinunternehmern oder anderen Differenzbesteuerten. Nicht für Edelsteine/Edelmetalle.

    Stand: Rechtsstand 2026 · geprüft 2026-06-16

  • Immer 19 % + keine offene UStRegelsteuersatz, kein Vorsteuerabzug§ 25a Abs. 5 UStG

    Auf die Marge gilt immer der Regelsteuersatz von 19 % (auch bei sonst ermäßigten Gegenständen). In der Rechnung darf keine USt offen ausgewiesen werden — der Käufer kann daraus keine Vorsteuer ziehen. Du kannst auf die Differenzbesteuerung auch verzichten (Wahlrecht).

    Stand: Rechtsstand 2026 · geprüft 2026-06-16

Orientierung, keine Steuerberatung. Werte zweifach gegen Primärnormen (UStG/EStG/AO/GewStG/KStG) geprüft (Stand 2026-06-15), VZ 2026 — ohne Gewähr. Achtung § 19 UStG: zum 1.1.2025 grundlegend geändert (25.000/100.000 €). Die GmbH-vs-Einzel-Frage ist hochindividuell — im Zweifel Steuerberater:in fragen.